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Trialoge

„Deutscher Sonderweg? – Eine Standortbestimmung der Wirtschaftspolitik und der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland“

 

Trialog 1: „Leitbild Wettbewerbsfähigkeit“ (06. März 2017)
Als einzige große Volkswirtschaft innerhalb der OECD favorisiert Deutschland die kontinuierliche Produktion von Außenhandelsüberschüssen. Eine klare makroökonomische Begründung für diese Politik ist in den international gängigen ökonomischen Theorien jedoch nicht klar erkennbar. Der Trialog soll die zugrundeliegenden Erklärungsmuster aufdecken und mögliche Widersprüche zwischen den Paradigmen herausarbeiten.
Programm


Trialog 2: „Welche Fiskalpolitik in der Krise?“ (03. Juli 2017)
Neben der Außenhandelspolitik ist die Fixierung der deutschen Fiskalpolitik auf eine „schwarze Null“ das zweite Beispiel eines deutschen Sonderwegs unter den Industrienationen. Die umstrittene Ablehnung einer expansiven Fiskalpolitik selbst in einem Niedrigstzinsumfeld soll in diesem Trialog auf ihre paradigmatische Basis hin überprüft und mit konkurrierenden geld- und fiskalpolitischen Positionen konfrontiert werden


Trialog 3: „Die Relevanz der Sustainable Development Goals in den deutschen Wirtschaftswissenschaften“
Die wirtschaftspolitische Dimension der Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN-Agenda 2030 wird im Kontext ökonomischer Auseinandersetzungen systematisch unterschätzt. Ein zentraler Aspekt ist die gegenläufige Entwicklung bei der Einkommens- und Vermögensverteilung im internationalen Vergleich: die absolute Armut geht zurück, die Schere zwischen arm und reich jedoch öffnet sich. Im Trialog sollen die Verteilungswirkungen der deutschen Fiskalpolitik, Geldpolitik und Außenhandelspolitik und über die deutsche Rolle in der Klimaschutzpolitik reflektiert werden.


Workshop 2: „Wirtschaftstheoretische und –historische Einordnung des deutschen Sonderwegs“
Das Ziel dieses Workshops ist eine Analyse der wirtschaftstheoretischen Paradigmen, die dem deutschen Sonderweg und ihrem theoriegeschichtlichen Hintergrund zugrunde liegen. In der Metaanalyse können die identifizierten Paradigmen verschiedener weltanschaulicher Werthaltungen sowie interessenspolitischen Standpunkte unterschiedlichen wirtschaftstheoretischen Positionen zugeordnet werden. In der kritischen Erörterung sollen diese paradigmatischen Voraussetzungen orthodoxen und heterodoxen Positionen aus der ökonomischen Tradition gegenübergestellt werden, um zu einer erweiterten Sicht im Sinne einer pluralen Ökonomik zu gelangen.


Trialog 4: „Wissenschaftssoziologische Analysen des deutschen Sonderwegs“
Wie können die 800 Lehrstühle für Volkswirtschaftslehre im deutschsprachigen Raum paradigmatisch zugeordnet werden? Welche Einstellungen zu sozioökonomischen Themen haben Studierende der VWL in den ersten Semestern? Wie vielfältig sind die Lehrbücher, die an den VWL-Fakultäten primär verwendet werden? In den kommenden beiden Jahren werden durch das FGW geförderte Studien ein neues Licht auf die wirtschaftswissenschaftliche Landschaft in Deutschland werfen. Auf Basis dieser Forschungsergebnisse soll über Stärken und Schwächen der volkswirtschaftlichen Forschung und Lehre in Deutschland diskutiert und mögliche Handlungsableitungen entwickelt werden.


 

Exemplarischer Ablauf eines Trialoges
Ein Trialog dauert einen Tag von ca. 09.30 Uhr bis ca. 16.30 Uhr. Am Vormittag werden, nach einer Einführung in das Thema und die Methodik von zwei bis drei Stakeholdern unterschiedliche Grundpositionen/Einstellungen (ca. je 20 Minuten) zu dem Thema des Tages präsentiert und anschließend in der gesamten Gruppe diskutiert. Ziel der Moderation ist es, zu einem deliberativen Austausch zu gelangen, bei dem die Teilnehmer an den jeweiligen Argumenten der anderen anknüpfen und der sowohl einer Perspektivenvielfalt Raum gibt als auch die Validität der Argumente zu prüfen erlaubt. Der Nachmittag beginnt mit ein bis zwei weiteren Input-Vorträgen von Stakeholdergruppen bzw. von Vertretern von Positionen, die am Vormittag noch nicht vorgetragen haben. Nach einer gemeinsamen Diskussionsrunde werden Arbeitsgruppen zu vertiefenden Fragen oder Aspekten des Themas gebildet. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden anschließend vorgestellt und eine gemeinsame Zusammenfassung der Ergebnisse wird angestrebt. Die Wirtschaftstrialoge werden von Mitarbeitern oder Mitarbeiterinnen der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform moderiert.

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